August Ipsen
August Ipsen

Heimathafen: Lubmin/Greifswald

Baujahr: 1937

Werft: Dawartz

Schiffstyp: Krabbenkutter, Gaffelketsch

Länge ü Deck: 15,00 m 
Breite: 3,90 m
Tiefgang: 1,80 m
Segelfläche: 111 qm
Baustoff: Holz
Motor: 135 PS

Eigner: Friedrich Peter Schuster

Website: https://www.august-ipsen1937.de

 

Traditionssegler „August Ipsen“

Krabbenkutter Gaffel getakelt, Eiche auf Eiche

Rumpfbauweise: Eiche Rundspant

1937 auf der Dawartz Schiffswerft in der Nähe von „Am Eiderdeich“ in Tönning als Krabbenkutter gebaut und unter der Bezeichnung „Nordfriesland“ HUS 14 in der Fischerei geführt. Im zweiten Weltkrieg wurde das Schiff als Vorposten-Boot im englischen Kanal eingesetzt. 1941 kam es unversehrt nach Deutschland zurück. In den 50er bis Mitte der 60er Jahre wurde es wieder als Fischereifahrzeug genutzt und Ende der 60er Jahre außer Dienst gestellt.

Im März 1973 übernahmen die neuen Eigner, ein Ehepaar aus Hamburg, den Kutter und restaurierten mit großer Liebe zu Detail bis 1975 an dem Schiff, so dass am 30.08.1975 der Kutter wieder in sein Element übergeben werden konnte. Gleichzeitig wurde der Kutter, aus Dankbarkeit gegenüber dem Hafenmeister von Nordstrand für seine selbstlose Hilfe, nach diesem auf seinen jetzigen Namen „August Ipsen“ getauft. Ostern 1976 hat die „August Ipsen“ die Sturmflut auf Nordstrand gut überstanden.

Ende der 80er Jahre erwarb ein Kölner Grafiker den Kutter, er hatte große Pläne und wollte ins Mittelmeer. Es blieb ein Traum, somit ist das Schiff in einem Seitenarm der Elbe in Wischhafen zurückgeblieben. 1988 Schiffszertifikat und Schiffsmessbrief.

1990 kam das Schiff durch die neuen Eigner, zwei Brüder, Architekten aus Berlin, in die Ostsee nach Stralsund. 1990/91 wurde die „August Ipsen“ auf der Dinse-Werft in Stralsund umgebaut (lange Kappe), repariert und es wurde eine neue Maschine von Yanmar mit 135PS eingebaut. Im Juni 1997 ging das Schiff nach Rostock in den Museumshafen.

Neuer Eigner wurde ein eingetragener Verein, der mit Kindern und Jugendlichen segelte, bis der Verein aufgelöst wurde. Zum Zeitpunkt des Verkaufs 1997 lag das Schiff in Freest auf der Jarling-Werft auf dem Slip zur Besichtigung und es wurden umfängliche Reparaturen durchgeführt. Für die Zwecke des Vereins wurde der gesamte Innenbereich durch Firma Ingo Beyer, Spandowerhagen, neu ausgebaut, jedoch entfernten die nachfolgenden Eigner alles wieder.

Die „August Ipsen“ wurde nun an zwei Rostocker Unternehmer verkauft, die sie als Mitglieder des Museumshafen Hansestadt Rostock e.V. bis 2010 segelten. Der Liegeplatz blieb der Rostocker Museumshafen.

2010 erwarben die neuen Eigner, zwei Bauunternehmer, das Schiff und verlegten es nach Stralsund. Der Rumpf war aber durch Vernachlässigung in einem schlechten Zustand, eine Restaurierung war dringend notwendig. Beide Eigner ließen diese in der Werft von Lars Lingrön in Barth durchführen. Leider ging eine Geschäftsidee der Beiden durch den zähen Amtsweg nicht auf und sie trennten sich mit schwerem Herzen wieder von dem Kutter. Danach kam er 2011 wieder zurück in den Rostocker Museumshafen.

Der Stuckateurmeister Friedrich P. Schuster erwarb nun das Schiff und überführte die „August Ipsen“ im November 2011 zur Marina Lubmin, was bis heute der neue Heimathafen ist. Eingetragen ins Schiffsregister Rostock Reg. Nr.: 3670. Auf der Bootswerft - Freest wurde das Unterwasserschiff mit einem erheblichen Aufwand komplett überarbeitet. Es wurden Spanten verstärkt und Planken aus 35mm Eiche ausgetauscht, der Rumpf neu traditionell kalfatert. Der Kutter bekam einen neuen Mast und Klüverbaum. Die Tuchwerkstatt in Greifswald fertigte aus braunem Dacron - Segeltuch neue Segel. Der Innenausbau wurde in Eiche geplant und durch erfahrene Schiffsbaumeister in eine Eignerkabine, Salon, Kombüse, Lotsenkoje, Bord - WC umgesetzt. Insgesamt sind dadurch sieben Kojen entstanden.

Die Odyssee hat nun ein Ende, der Krabbenkutter wird regelmäßig in dem schönen Segelrevier Greifswalder Bodden und der Ostsee gesegelt und im Winter gut unter einer belüfteten Persenning verpackt und liebevoll vom Eigner Friedrich P. Schuster und dem Hafenmeister Lubmin gepflegt und behütet. Leider ist dem Kutter bisher noch nicht vergönnt, ein Sicherheitszeugnis zu erwerben, um Jung und Alt das traditionelle Segeln und die regionalen Traditionen der Fischerei nahe zu bringen, der Bedarf wäre vorhanden.

Der Eigner F.P. Schuster